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Das Saarland als Deutsches Bundesland gibt es erst seit 1957. Eine einheitliche Sprache konnte sich innerhalb der politischen Grenzziehungen nicht entwickeln. Dem ständigen politischen Wechsel, riwwa unn niwwa, sind die Sprachgrenzen nicht gefolgt. „Saarländisch“ ist ein geografischer -, kein sprachwissenschaftlicher Begriff.
Dort wo früher der preußische Adler seine Flügel über der Landkarte ausbreitete wird heute im Saarland moselfränkisch gesprochen. Und in dem Teil des Landes, in dem einst der bayrische Löwe brüllte rheinfränkisch. Daneben existieren allemannische Sprachinseln, wie etwa in Ensheim.
Das kleine Saarland wird von der moselfränkisch- rheinfränkischen Sprachgrenze durchteilt. Sie verläuft diagonal durchs Land: Von Überherrn (im Süd-Westen) über Riegelsberg, Illingen, St.Wendel hoch nach Freisen (im Nord-Osten). Moselfränkisch wird links dieser Linie gesprochen bis hinein nach Frankreich / Lothringen, in Teilen Belgiens, in Luxemburg und in Deutschland hinauf bis Köln.
Früher konnte der Verlauf der Sprachgrenze in den saarländischen Gemeinden und Dörfern bis in einzelne Straßenzüge exakt festgelegt werden. Es gab vor allem in den Bezeichnungen für bäuerliche Gerätschaften zahlreiche Wörter und Ausdrücke, die im nur 10km entfernten Nachbarort schon nicht mehr verstanden wurden. Heute kann die Trennungslinie nicht mehr so scharf gezogen werden. Die Mobilität der Menschen, das tägliche Pendeln zu entfernt gelegenen Arbeitsplätzen und das Zusammenarbeiten mit Menschen aus anderen Teilen des Landes führte zu einer gewissen „Melange der Mundart(en)“. Wörter und Redewendungen haben sich angeglichen. Sprache ist eben etwas lebendiges, ist veränderlich.
Übrigens: In Luxemburg ist das moselfränkische sogar Amtssprache (neben französisch und Deutsch). Ein Sprachengesetz von 1984 machte Lëtzebuergesch zur dritten Amtssprache.
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